Holzversiegelung wasserdicht

wasserdichte Holzversiegelung

Ob Terrasse, Gartenzaun oder Gartenhaus - wer Holz verwendet, wird über kurz oder lang mit dem Thema Holzschutz konfrontiert. Denn obwohl Holz bei richtiger Verwendung ein sehr dauerhafter und robuster Baustoff ist, verändert er sich unter der Einwirkung von Wind und Wetter, Sonne, Schnee und Regen.

Um diese optischen wie technischen Beeinträchtigungen zu vermeiden, bietet der Markt heute zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten der Holzversiegelung.

Selbst im Innenbereich, wo Witterung und Temperaturen kaum Angriffsmöglichkeiten bieten, ist die Holzversiegelung mitunter ein großes Thema. Wenn auch hier zuallererst zum Schutz vor Schmutz, Gießwasser und vielen anderen "hausgemachten" Problemen nötig, sind die funktionellen Grundprinzipien der Holzversiegelung Innen wie Außen dieselben.

Ob beispielsweise eine atmungsaktive Beschichtung vorteilhaft ist, oder eine Holzversiegelung wasserdicht ausgeführt die Anforderungen am besten erfüllt, lässt sich an Hand der nachfolgenden Tipps und Informationen recht einfach selbst ermitteln.

Baustoff Holz - Verwendungsarten, Eigenschaften, Veränderungen

Holz ist seit Jahrtausenden einer der Baustoffe des Menschen schlechthin. Nicht nur wegen seines natürlichen wie zahlreichen Vorkommens, sondern auch durch seine durchweg positiven Eigenschaften für den Bau unterschiedlichster Dinge überzeugt er in mehrerer Hinsicht.

Die Eigenschaften von Holz als Baustoff

Du weißt, dass Holz schwimmt. Auch wenn ein dicker Balken, oder ein besonders langes Brett für Dich alleine ein ordentliches Gewicht hat, ist Holz somit ein sehr leichter Baustoff. Im Relation zum Gewicht ist Holz dagegen extrem tragfähig und im Gegensatz zu zahlreichen anderen Baustoffen sogar in der Lage, sowohl Druck- als auch Zugbelastungen in einem durchaus für den Bausektor interessanten Maß aufzunehmen.

Für das Thema Holzversiegelung aber weit spannender sind nicht die rein statischen, sondern die sonstigen physikalischen und biologischen Eigenschaften von Holz. Die verschiedenen Effekte sind bei allen Holzarten dieselben, sie können jedoch in Abhängigkeit von der Holzart und der Holzdichte unterschiedlich stark auftreten.

Je stärker sie auftreten, umso stärker müssen sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Holzversiegelung berücksichtigt werden und auch bei der Auswahl der richtigen Versiegelung reden sie ein entscheidendes Wörtchen mit.

1. Temperaturausdehnung: Je nachdem, ob es heiß oder kalt ist, dehnt sich Holz aus. Das ist zwar zunächst vor allem für das Konstruieren mit Holz wichtig, wirkt sich aber auch auf die Oberflächenversiegelung aus.

Denn wenn sich beispielsweise ein Brett insgesamt in der Länge verändert, ist diese Veränderung natürlich auch an jedem Punkt der Holzoberfläche spürbar.

Gerade, wenn eine Holzversiegelung wasserdicht sein soll, muss dieser Aspekt bei der Wahl der geeigneten Versiegelung berücksichtigt werden. 

2. Feuchteaufnahme und -abgabe: Als natürlicher Baustoff mit zellulärer Struktur nimmt Holz Feuchtigkeit auf und ist darüber hinaus auch wieder in der Lage, diese abzugeben.

Diese Vorgänge führen zu einer Volumenzu- oder abnahme, was sich letztlich an der Oberfläche durch Ausdehnung oder Zusammenziehen bemerkbar macht. In Abhängigkeit von der umgebenden Luftfeuchtigkeit, oder auch dem Vorhandensein von flüssigem Wasser - beispielsweise Regen - nehmen Holzfasern Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und geben diese bei trockenen Umgebungsbedingungen wieder ab.

Interessant und für den Holzschutz wichtig ist die Tatsache, dass Holz nicht auf allen Oberflächen gleich stark Feuchtigkeit aufnimmt. Während längs zur Faser gesägte Bauteile eine mäßige Feuchtigkeitsaufnahme verzeichnen, weisen Bereiche mit angeschnittenen Holzfasern eine weit höhere Aufnahmekapazität auf.

Das liegt daran, dass angeschnittene Holzfasern auf Grund der Kapillarwirkung Wasser richtiggehend ansaugen und aufnehmen. Daher sollte insbesondere die Stirnseite von Holz über die entsprechende Holzversiegelung wasserdicht gemacht werden.

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3. Zersetzung von Holz: Wenn Du schon einmal am Meer warst, hast Du sicherlich auch schon die vielerorts noch vorhandenen Stege, Hafenmolen und sonstigen Bauwerke aus Holz gesehen.

Wenn Du genauer hingeschaut hast, ist dir sicherlich auch aufgefallen, dass die Holzpfähle dort in sehr gutem Zustand waren, wo sie komplett im Wasser standen. Gleiches galt für die Bereiche deutlich über der Wasseroberfläche. Kritisch und damit besonders stark angegriffen sind dagegen die Bereiche, die ständig nass sind, die jedoch ebenso dauerhaft Luftkontakt haben.

Hier ist das Holz in besonderem Maße angegriffen und teils sogar deutlich zerstört. Das hängt damit zusammen, dass Holz besonders dann von Mikroorganismen, Bakterien etc. angegriffen und zersetzt wird, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff permanent vorhanden sind.

Was bedeutet das aber für das Thema Holzversiegelung? Ganz einfach: Immer dort, wo zum Beispiel Regen auf waagerechten Oberflächen stehen kann, ist genau das da. Feuchtigkeit in Hülle und Fülle und zugleich genügend Sauerstoff der Luft.

Diese Bereiche müssen also in besonderem Maße geschützt werden, während senkrechte Holzflächen wegen des einfachen Wasserabflusses eher unkritisch erscheinen.

In diesen Formen findet Holz den Weg zum Bau

Neben den allgemeinen Eigenschaften von Holz als Baustoff ist natürlich für die Entscheidung, ob eine Holzversiegelung wasserdicht sein soll und ob sie überhaupt erforderlich ist, auch die Form wichtig, in der das Holz verwendet wird. Am weitesten verbreitet sind sägeraue, oder gehobelte Bretter und Balken.

Diese werden aus dem Baumstamm gesägt und teils durch Verleimung kleinerer Stücke statisch noch effektiver gestaltet. Für das Thema Holzschutz wichtig ist jedoch in erster Linie die Tatsache, dass das Holz seiner natürlichen Schutzhülle, der Rinde, beraubt wurde.

Darüber hinaus wird die Oberfläche durch das recht grobe Sägen und Hobeln deutlich vergrößert, so dass nachteilige Umwelteinflüsse eine besonders hohe Angriffsfläche vorfinden.

Bei feineren Bauteilen und vor allem bei der Verwendung im Innenraum wird Holz dagegen oft geschliffen, so dass die Oberfläche besonders glatt ist. Die vorgenannten Nachteile werden hierdurch zwar nicht beseitigt, aber zumindest etwas gemindert.

Vor allem im Garten, oder bei groben Hütten und Schuppen kann es sein, dass Holz in Form von so genannten Schwartenbrettern verwendet wird. Hier ist die äußere Haut des Holzes weitgehend vorhanden.

Da Rinde oder zumindest äußere Holzschicht unverletzt vorliegen, ist der Eigenschutz des Holzes bei diesen Bauten als nahezu optimal einzuschätzen. Der Bedarf einer Holzversiegelung, wasserdicht oder nicht, erübrigt sich hier in vielen Fällen.

Holzversiegelung - Arten und Anwendungsbereiche

Mit diesen Vorkenntnissen kannst du bereits recht gut abschätzen, wann eine Holzversiegelung überhaupt erforderlich ist. Doch damit stehst du vor dem nächsten, zunächst unüberwindbar erscheinenden Hindernis - der Wahl der richtigen Holzversiegelung.

Auch wenn der Markt eine unüberschaubar scheinende Vielzahl von Produkten bietet, lassen sie sich alle in eine von recht wenigen Kategorien einordnen. Schaust du beim Kauf des richtigen Produkts zunächst nicht auf den speziellen Artikel, sondern auf die Gruppe an Holzschutzmitteln, fällt dir die Auswahl deutlich leichter.

Lacke und Dickbeschichtungen

Lacke und Dickbeschichtungen sind Beschichtungen, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Schicht auf der Holzoberfläche bilden. Die Schutzwirkung entsteht durch die Umhüllung des zu schützenden Holzes. Damit kann durch diese Stoffe eine Holzversiegelung wasserdicht erfolgen und zugleich gestalterisch große Freiheiten ermöglichen.

Da das Holz umhüllt wird, sind selbst Gestaltungen möglich, bei denen das Holz gar nicht mehr als solches erkennbar ist.
Technisch betrachtet ist die Schutzwirkung als besonders hoch einzustufen, jedoch muss die Beschichtung die wärme- und feuchteabhängigen Dimensionsveränderungen mitmachen.

Dringt insbesondere Feuchtigkeit dagegen hinter die Beschichtung, kann sie nur noch schlecht entweichen und entwickelt daher ihre schädliche Wirkung umso schneller. Logischerweise funktioniert die Sperrwirkung der Beschichtung sowohl von außen nach innen, als auch in umgekehrter Richtung.

Will Feuchtigkeit in Form von Dampf dennoch entweichen, kann der entstehende Dampfdruck die Beschichtung zusätzlich schädigen. Zusammenfassend kann Lacken oder anderen Dickbeschichtungen eine sehr hohe Schutzwirkung attestiert werden, die jedoch nur in unbeschädigter Form uneingeschränkt funktioniert.

Lasuren und Imprägnierungen

Lasuren und Imprägnierungen dagegen verfolgen einen Weg der Holzversiegelung. Anstatt die Oberfläche dicht abzuschließen, dringen diese Mittel unter Zuhilfenahme der Kapillarwirkung in das Holz ein und gehen dort einen Verbund mit den Holzfasern ein.

Der große Unterschied zu versiegelnden Beschichtungen wie Lacken besteht darin, dass Imprägnierungen und Lasuren zwar in der obersten Holzschicht schützend wirken, die Oberfläche dagegen nicht völlig abgeschottet wird.

Zwar kann so die Aufnahme von Feuchtigkeit, Schmutz und anderen Stoffen begrenzt werden, Veränderungen der unmittelbaren Holzoberfläche durch UV-Licht und Verunreinigungen lassen sich dagegen nicht verhindern.

Obwohl diese Art der Holzversiegelung nicht wasserdicht zu nennen ist, hat sie wegen ihrer gewissen Schutzwirkung und vor allem wegen ihrer Atmungsaktivität durchaus eine Daseinsberechtigung unter den Holzschutzmitteln.

Holzöle

Holzöle wirken in derselben Art und Weise, wie eine Lasur. Allerdings wirken hier keine synthetischen Stoffe, sondern meist Öle auf Basis natürlicher Ursprünge, wie Leinöl, sowie verschiedene ätherische Öle.

Holzöle sind weder echte Holzversiegelung noch wasserdicht. Stattdessen ersetzen sie die meist im Laufe der Zeit aus dem Holz ausgespülten eigenen Schutzstoffe, wie etwa Gerbsäuren.

Da Holzöl auf Dauer genauso ausgeschwemmt wird, die die ursprünglichen Schutzstoffe des Holzes, muss es regelmäßig erneuert werden und eignet sich bei besonders stark beanspruchten Holzbauteilen nur bedingt.

Fazit - Holzversiegelung wasserdicht oder nicht?

Ob ein Holzschutz überhaupt nötig ist und ob diese Holzversiegelung wasserdicht ausgeführt werden muss, oder nicht, lässt sich nicht allgemein sagen.

Stattdessen musst du deine Entscheidung unter Betrachtung der konkreten Situation und in Abhängigkeit von verwendeter Holzart, technischer Holzbearbeitung und Beanspruchung durch Wind und Wetter treffen.

Während beispielsweise die ganzjährig im freien stehende Pergola durchaus mit einer wasserdichten Lackierung sinnvoll er-scheinen mag, kann dagegen der geschützt stehende Wohnzimmertisch durch Holzöl die gewünschte Resistenz gegen Wasserränder und Schmutzflecken erhalten. 

Und auch die Instandhaltung der Versiegelung sollte nicht außer Acht gelassen werden. Je höher die Schutzwirkung ist, umso schneller führen Schadstellen zu Problemen und umso gewissenhafter und frühzeitiger ist die Überarbeitung des Holzschutzes erforderlich.

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